Rasch mal ein Video drehen

Ich möchte ein Video drehen. Nein, ich meine nicht drehen im Sinn von filmen, sondern von wirklich drehen, um 90 Grad.

Das Problem: Wir haben eine Live-Übertragung mit der Smartphone-App Periscope gemacht — im Querformat. Da Periscope die Aufzeichnungen nicht archiviert, habe ich sie auf dem Smartphone abgespeichert, um sie in einem zweiten Schritt auf Youtube hochzuladen. Doch leider liegt der exportierte Film quasi auf der Seite.

Der erste Lösungsweg: Ich lade die Datei zu Youtube hoch, klicke auf „Bearbeiten“ und drehe den Film dort. Das Umrechnen dauert aber unheimlich lange. Viel schneller geht es mit dem Linux-Kommandozeilenprogramm ffmpeg. Mit diesem trage ich die richtige Orientierung in den Metadaten des Films ein, ohne die Bilder umzurechnen. Das ist im Nu erledigt. Und Youtube kommt mit der angepassten Datei zurecht. Der entsprechende Befehl:

ffmpeg -i in.mp4 -c copy -metadata:s:v:0 rotate=90 out.mp4

Musik im ganzen Haushalt

An unserer Stereoanlage hängt ein Raspberry Pi. Wir setzen die Platine zum Abspielen von digitaler Musik ein, die auf einem direkt daran angeschlossenen USB-Speicher liegt. Zum Einsatz kommt dabei der Medienplayer Volumio.

Soweit funktioniert alles wie gewünscht. Doch wie kriegen wir die Musik auf andere Geräte wie das Netzwerkradio in der Küche? Leider können die nötigen Einstellungen derzeit nicht über die Weboberfläche der Volumio-Software vorgenommen werden. Nötig sind einige zusätzliche Schritte.

Damit auch andere Geräte, die sich im selben Netzwerk eingebucht haben, auf die Musiksammlung zugreifen können, muss der DLNA-Server aktiviert werden. Dazu bucht man sich via SSH auf dem Volumio ein. Zuerst wird geprüft, ob das Programmpaket Minidlna installiert ist.

dpkg -l minidlna

Falls es noch nicht vorhanden ist, wird es installiert.

sudo apt-get install minidlna

Nun muss eine kleine Änderung in der Konfigurationsdatei vorgenommen werden. Dazu wird die Datei zuerst geladen.

sudo nano /etc/minidlna.conf

In der Datei muss das Verzeichnis eingetragen werden, in dem die Musik liegt. In unserem Fall lautet die Zeile, die den Speicherort definiert, folgendermassen:

media_dir=A,/mnt/USB

Anschliessend wird die Datei mit Ctrl-X gespeichert und MiniDLNA neu geladen:

sudo service minidlna force-reload

Sobald das erledigt ist, kann man mit einem Internet-Radio, dem Smartphone oder Tablet prüfen, ob die Musik nun verfügbar ist. Unter Android benutzt man dazu etwa die App BubleUPNP, unter iOS den Media Link Player Lite.


Vielen Dank an Stephen für die Tipps.

Animiertes GIF unter Linux

Diese Fotoserie der kleinen Tochter rief sprichwörtlich danach, zu einer Animation zusammengehängt zu werden.

Unter Linux ist ein animiertes GIF im Handumdrehen produziert: Man kopiert die Fotos in einen Order; in unserem Fall 8 JPG-Dateien. Dann wechselt man auf die Kommandozeile (Ctrl-Alt-t) und lässt die Bilder von Imagemagick (beziehungsweise dem darin enthaltenen Werkzeug „convert“) in ein GIF umwandeln. Ich habe dabei den untenstehenden Befehl verwendet.

convert -delay 85 loop 0 *.JPG output.gif

Selbstverständlich können die Parameter verändert und bei Bedarf zahlreiche weitere gesetzt werden.

Das animierte GIF habe ich in einen Artikel in unserem privaten Blog verwendet. Unter WordPress ist dabei eines zu beachten: Das GIF-Bild muss in der vollen Grösse eingebunden werden, denn in den vom Blog-System produzierten kleineren Versionen ist die Animation nicht vorhanden.

Screenshot mit Samsung Galaxy S2

Wie macht man einen Screenshot unter Android auf dem Galaxy S2 von Samsung? Erst nach längerem Pröbeln und etwas Googlen habe ich es herausgefunden:

Man drückt die „Home“-Taste (unten in der Mitte) und gleichzeitig die Ausschalttaste (rechte Seite oben). Nun lässt man zuerst die Ausschalttaste und dann die „Home“-Taste los. Das Bildschirmfoto ist nun im Verzeichnis /ScreenCapture zu finden.

Easyjet enttäuscht

Easyjet hat den anderen Fluggesellschaften vorgemacht, wie man online Tickets verkauft. Ein Überflieger ist die Firma in diesem Bereich aber längst nicht mehr. Der Buchungsprozess ist schlicht zu wenig flexibel. Ein Beispiel:

Wir möchten zu zweit von Genf nach Barcelona fliegen. Da ich anschliessend an die Stadtbesichtigung noch an einer Messe teilnehmen will, soll mein Rückflug eine halbe Woche später abheben. Trotz langem Pröbeln habe ich bei Easyjet keine sinnvolle Möglichkeit gefunden, zwei Flüge mit je unterschiedlichen Rückreisedaten gleichzeitig zu buchen. Zwar lassen sich „Flüge hinzufügen“. Dann aber lässt das System die Eingabe eines zweiten Passagiernamens nicht zu.

Wegen dieser Unzulänglichkeit des Verkaufssystems müssen die beiden Reisen schliesslich einzeln gekauft werden — womit auch zweimal die horrende Kreditkartengebühr von 21 Franken fällig wird. (Alternative Bezahlsysteme wie Paypal oder einfache Überweisungen unterstützt der Branchenprimus leider nicht.)

Es gibt noch einen weiteren Weg: Man passt den Namen des Passagiers in der Kontoverwaltung nachträglich an. Diese „Dienstleistung“ kostet dann satte 48 Franken.

Vielleicht sollte ich nächstes Mal doch auf den Elipsos-Nachtzug setzen.

Chum Spazig

Der Verkehr soll möglichst stetig durch Berns Nadelöhre rollen. Das ist wohl der Grund dafür, dass die eine Ampel erst gerade auf rot schaltet, wenn die andere den Weg bereits freigibt. Die knappen Schaltzeiten etwa bei der Ampel an der Kreuzung Neubrück- und Tiefenausstrasse oder bei der Fussgängerampel unten an der Schanzenstrasse scheinen mir aber schlicht gefährlich zu sein.

Den Sünder einfach löschen

Plötzlich lief der Windows-XP-Computer am Anschlag: Ein Prozess mit dem Namen svchost.exe beanspruchte fast 100 Prozent der Rechenleistung. Bei „svchost“ handelt es sich um einen Windows-Systemprozess. Allerdings können sich auch Viren hinter diesem Namen verstecken. Einfach abschiessen konnte man den Prozess nicht, da danach der Computer heruntergefahren wird. Der Virenscanner wiederum lief — da fast keine Rechenpower mehr zur Verfügung stand — bloss sehr langsam. Nach einem Tag scannen stand er noch immer am Anfang. Gefunden hatte er nichts.

Nach langer Pröbelei stiess ich bei einem Scan mit TweakNow RegCleaner auf eine verdächtige Datei mit dem Namen srvklw32.exe, die automatisch gestartet wird. Deaktivieren liess sie sich, löschen aber nicht. Ein Eintrag in einem Forum brachte mich schliesslich auf eine Lösung: Ich startete den Computer mit einer Linux-Live-CD, suchte auf den Windows-Partitionen nach der Datei srvklw32.exe und löschte diese. Anschliessend startete ich Windows neu. Bislang funktionierts…

Lizenziatsarbeit "Zeitung der Zukunft"

Die Tageszeitungen stehen unter Druck: Die Lesergemeinde schrumpft. Und immer mehr Werbetreibende setzen statt auf die Zeitung auf elektronische Medien. Um fortbestehen zu können, muss sich die Tageszeitung weiter entwickeln. Sie muss digital werden.

In meiner Lizenziatsarbeit am Departement für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Freiburg habe ich einen Versuch mit einer digitalen Zeitung durchgeführt. Während der Testperiode wurde eine digitale Version des Tages-Anzeigers produziert. Die Testpersonen konnten dieses E-Paper herunterladen und auf ein zur Verfügung gestelltes Lesegerät kopieren. Im Anschluss an den Versuch wurden die Testpersonen befragt. Zudem wurde anhand aufgezeichneter Nutzungsdaten ausgewertet, welche Inhalte die Testpersonen geöffnet hatten.

Die vollständige Arbeit steht nun zum Abruf bereit.

Zeitung der Zukunft — Zukunft für die Zeitung? Was Leserinnen und Leser von einer digitalen Zeitung erwarten. (PDF-Format, 4,5 MB)

Ganz herzlich danken möchte ich allen, die mich bei Realisierung der Lizenziatsarbeit unterstützt haben: insbesondere den Testteilnehmerinnen und Testteilnehmer für ihre Zeit und ihr Engagement, Lucia Probst für ihre Unterstützung während des langen Projekts, Andreas Reufer fürs Programmieren, Ernst Born für die statistische Hilfe bei der Datenauswertung, David Haberthür und Sven Johner für Tipps zum Tex(t)satz, Ruth Born fürs Korrekturlesen, dem Verlag Tamedia für die Inhalte, der Firma TicinOnline fürs Produzieren der elektronischen Zeitungen, René Lutz von Graphicart Prepress fürs Vermitteln der Lesegeräte und meinem Professor Louis Bosshart für die Ab- und Annahme der Lizenziatsarbeit. Herzlichen Dank!