22 days in Paris


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Untenstehendes ist eher als persönliches Souvenir gedacht. Aber vielleicht kannst du ja auf deinem nächsten Paris-Ausflug etwas mit dem Programm anfangen, das ich neben der Arbeit in der Pariser Schreibstube abgespult habe…

Dienstag: Jardin du Luxembourg, Arcimboldo-Ausstellung im Musée du Luxembourg
Mittwoch: Film „L’âge des ténèbres“
Donnerstag: La Défense
Freitag: Apple Expo
Samstag: Palais de Tokyo, Eiffel-Turm
Sonntag: Markt auf dem Place des Fêtes, Sacre Coeur, Film „Mon cher sujet“ im Centre Culturel Suisse, Ausstellung von Jungdesignerinnen und Jungdesignern

Montag: Radio France, leider keine Führungen. Arc de Triomphe und Champs-Elysées. Essen im Café Charbon.
Dienstag: Musée du quai Branly
Mittwoch: Feierabendbier im „Aux Folies“
Donnerstag: Ausstellung „Correspondances“ von Victor Erice und Abbas Kiarostami im Centre Pompidou
Freitag: Monet-Ausstellung im Musée de l’Orangerie, Essen im Quartier Latin
Samstag: Polizei-Besuchstag im Parc de Villette, Bar Ourcq, Nuit Blanche
Sonntag: Parc des Buttes Chaumont, Besuch im Musée du Louvre

Montag: Père Lachaise, Konzert Manu Katché im Théatre des Champs-Elysées, siehe auch in meiner Kolumne Webflaneur
Dienstag: Ballett Romeo et Juliette in der Opéra Bastille
Mittwoch: Fotoausstellung Edward Steichen im Jeu de Paume
Donnerstag: Fotoausstellung „Le Paris d’Henri Guérard: Moments vécus, lieux disparus“ im Carré de Baudouin. Essen im Café Cannibale
Freitag: Jogging im Parc des Buttes Chaumont
Samstag: Rock’n’Roll-Ausstellung in der Fondation Cartier, Rugby-Match auf Grossleinwand
Sonntag: Cite Nationale de l’histoire de l’immigration, Bois Vincennes

Montag: alles geschlossen
Dienstag: Geschichtsausstellung „Histoire de Paris“ im Musée Carnavalet, Notre Dame

Wahlzettel korrigieren

Wie die Wahlen ausgehen? In Bern gewinnen die Frauen und die Linken. Ursula Wyss wird mit einem Glanzresultat in den Nationalrat gewählt. Ihr folgen Kathy Hänni und Margret Kiener Nellen. Ricardo Lumengo zieht – wohl auch wegen seines Exoten-Bonus – mit einem sehr guten Resultat neu in den Rat ein. Neu dabei ist auch Christine Häsler. Sie ergattert sogar etwas mehr Stimmen als die drei bisherigen Nationalrätinnen Christa Markwalder Bär, Evi Allemann und Therese Frösch.

Woher ich das weiss? So haben die Leute gewählt, deren Stimmzettel ich heute kontrollieren musste. Inwieweit die Resultat stimmen, weiss ich nicht. Was ich aber weiss: Bei diesen Wahlen haben mehr Leute per Post gewählt; die Bearbeitung der brieflichen Stimmabgabe gestern Nachmittag dauerte mit über viereinhalb Stunden 40 Minuten länger als geplant und schrammte nur knapp an der Kopfschmerzgrenze vorbei. Dafür gingen offenbar weniger an die Urne; heute waren wir bereits nach eineinhalb Stunden fertig. Aufgefallen ist, dass die brieflich Abstimmenden wenig Fehler machen: Die Kandidatennummer und der Name stimmten fast immer überein, Gänsefüsschen und Überkummulieren hatte ich bloss in einem Fall, ehrverletzende Bemerkungen und leere Listen gar keine. Bei den Stimmen der Urnengänger hingegen stimmte ab und zu die Kandidatennummer nicht und eine Liste war leer.

Und das persönliche Fazit aus dem Zählwochenende? Das Schweizer Wahlprozedere ist archaisch und umständlich. Ich votiere für die Online-Wahl.

Montag

Warum ist der Pariser Sonntag am Montag? Ich weiss es (noch) nicht. Ich habe bloss gemerkt, dass am Montag kaum ein Geschäft geöffnet hat, am Sonntag hingegen schon. Auch die Museen sind montags geschlossen. Da ich beim Surfen doch auf ein Museum gestossen bin, das am Montag offen habe, machte ich mich auf den Weg. Doch das grosse Tor war geschlossen. Und die umliegenden Museen und Kulturzentren im Marais auch. So machte ich mich schliesslich ohne Museumsbesuch auf den Heimweg.

Filmset vor dem Café Charbon
Da ich gerade in der Gegend war, gedachte ich mir im Café Charbon einen ersten Paris-Abschiedscafé zu genehmigen. Doch vor dem Café stand eine Menschentraube. Und als ich mitten drin stand, merkte ich: Da wird ein Film gedreht. Plötzlich lief die Aufnahme und ein Regieassistent winkte eine Person nach der anderen vor dem Café und der Kamera vorbei. Auch mich. Und so könnte es sein, dass ich demnächst von rechts nach links vor dem Café Charbon vorbei über irgendeine Leinwand schlendere. Und dies eigentlich bloss, weil die Pariser am Montag Sonntag machen.

Das Reinheitsgebot

Die Deutschen brauen nach ihrem Reinheitsgebot. Die Franzosen backen nach einem. Das Baguette de Tradition Française, das ich gerade verspeist habe, hat mein Bäcker „in 4 Stunden 30 Minuten von Hand geknetet, aufgehen lassen und gebacken“, steht auf dem Brotsack. Es enthalte garantiert keine Zusatzstoffe. Und auf der Rückseite des Säckchens ist in einer leicht gekürten Fassung das Dekret abgedruckt, wie es der Premierminister, der Wirtschafts- und der Staatsminister, die Siegelgarde*, der Justizminister und der Agrar- und Fischereiminister am 13. September 1993 formuliert haben. Staubtrocken, könnte man sagen. Oder in bester Tradition Française.

* Wie übersetzt man die „Garde des Sceaux“?

Schne Frauen? Starke Mnner!

So, so, ihr habt euch heute Abend also alle schöne Frauen angeguckt? Ich nicht. Ich habe mich den starken Männern hingegeben. Da ich es versäumt hatte, vor dem Spiel die Rugby-Regeln zu studieren, habe ich halt geschaut wie eine Frau. Doch ich bin dabei nicht richtig warm geworden. Und die Franzosen haben erst noch verloren. So geht das. 😉

Hier noch ein Bild aus den Anfängen der Rugy-Weltmeisterschaft; heute lief der Grossbildschirm vor dem Hôtel de Ville leider nicht.

Rugby-Übertragung vor dem Hôtel de Ville

Die begehrte Frau

Der Louvre gehört mit einer Ausstellungsfläche von 60’000 Quadratmetern zu den grössten Museen der Welt. Und trotzdem drängeln sich alle vor einem Bild.

Die Schlange und die schöne Frau

Zugegeben: Dieses Foto entstand am letzten Sonntag, dem ersten im Monat. Und wie an jedem ersten Sonntag im Monat war der Eintritt in die Museen gratis.

P.s.: Weiss jemand, weshalb man im Louvre – auch mit Blitz – fotografieren darf? Ich dachte immer, das grelle Licht schade den Gemälden.