Ist das Mitsurfen legal?

Mache ich mich strafbar, wenn ich ohne Einverständnis das ungeschützte Drahtlosnetzwerk eines Nachbarn mitbenutze? Bislang bin ich davon ausgegangen, dass ich dafür nicht bestraft werden kann, sofern ich im Internet nichts Illegales angestellt, den Datenverkehr nicht abgehört und dem Nachbarn durch die Mitbenutzung keinen Schaden zugefügt habe. Ich bin schliesslich nicht in ein „gegen seinen Zugriff besonders gesichertes Datenverarbeitungssystem“ (siehe StGB) eingedrungen.

Wie Heise berichtet, sieht das ein deutsches Gericht anders: Der Richter hat einen „Mitbenutzer“ verwarnt. Sollte dieser wieder beim „Schwarzsurfen“ erwischt werden, müsste er eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 5 Euro bezahlen.

Wie seht ihr das, liebe Juristinnen und Juristen: Könnten harmlose Mitsurfer auch in der Schweiz verurteilt werden? Und: Könnten in einem solchen Fall nicht auch die Betriebssystem-Hersteller verklagt werden, da sich ihre Software automatisch mit offenen Funknetzen verbindet?

Und noch etwas anderes zum Thema: Darf ich auf einer öffentlich publizierten Karte den Standort von unverschlüsselten Netzwerken einzeichnen?

3 Gedanken zu „Ist das Mitsurfen legal?“

  1. Hallo

    In der Schweiz ist es sogar ganz anders. Es ist gerade umgekehrt:
    Wird das Drahtlosnetzwerk nicht verschlüsselt haftet der Nachbar sogar für Schäden die DU über seinen Zugang verursachst.

  2. Easy, wenn ich mich richtig erinnere geht das irgendwie so: Du kannst nicht verklagt werden wegen Hackens weil das impliziert dass du Sicherheitsvorkehrungen umgehen müsstest. Da das Netz ungeschützt ist, ist kein Hacking notwendig, also machst du dich nicht strafbar.

    Schlimmer noch: Wenn du anfängst ein Netz so zu missbrauchen (Das übliche: Spam, Terrorismus, Pornographie, exzessives Bloggen…) kann der Inhaber des Anschlusses verantwortlich gemacht werden.

    Aber eben, IANAL…

    WLAN-Listen gibt’s auch schon, z.B. bei http://www.swisshotspots.ch/

  3. Ich finds vor allem erstaunlich, wie viele offene Netze man in der Schweiz findet – aber auch praktisch: Gerade mit sowas wie einem iPod ist es ein Leichtes, so kurz mal die Mails zu checken. Die meisten sonst zur Verfügung gestellen Netzwerke gibts nur mit langwierigen Registrierungen oder gegen Bares. Zumindest in Berlin ist das ganz anders; ich fand dieses Wochenende nur vereinzelte ungeschützte Netzwerke. Mit lustigen Namen dafür. Vorbildlich – aber mühsamst.

    Wie die Rechtslage ist, weiss ich nicht – ich mache mir jedoch eher Sorgen, dass der Inhaber meinen Netzwerkverkehr überwacht. Aber wer sein WLAN offen lässt, ist in der Regel auch zu doof, um Traffic auszuwerten. Oder er machts genau deshalb… wie üblich muss wohl zuerst etwas Gravierendes passieren, bis man reagiert. Schade eigentlich.

    Das soll nun aber nicht heissen, dass alle ihre Netzwerke auf WPA umstellen sollen – umshimmelsgotzwillen! Wo check ich dann meine Mails in der Stadt?

    Ein offenes WLAN rettete mich gestern z.B. auch in der Ostdeutschen Provinz: Wie kommt man zu Fuss von Zöllmersdorf nach Luckau; der Hauptstrasse entlang? Oder hats noch nen Feldweg? Kurzer Blick auf Google Earth via iPod Touch – und der Fall war klar. Dem unbedarften User sei Dank.

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