Chum Spazig

Der Verkehr soll möglichst stetig durch Berns Nadelöhre rollen. Das ist wohl der Grund dafür, dass die eine Ampel erst gerade auf rot schaltet, wenn die andere den Weg bereits freigibt. Die knappen Schaltzeiten etwa bei der Ampel an der Kreuzung Neubrück- und Tiefenausstrasse oder bei der Fussgängerampel unten an der Schanzenstrasse scheinen mir aber schlicht gefährlich zu sein.

Die Ampel

Komische Ampel-Schaltung

Ein Auto, das von der Lorrainebrücke her kommend in die Engehaldestrasse abbiegen will, hat grün. Die Fahrer werden von einem orangen Blinklicht gewarnt, dass die Fussgänger gleichzeitig grün haben. Will der Automobilst hingegen in die Neubrückstrasse unmittelbar daneben einbiegen, muss er nicht aufpassen: Die Fussgängerampel steht auf rot. Soweit so verwirrend.

Für die Fussgänger ist das ziemlich mühsam. Während sie den ersten Fussgängerstreifen überqueren, schaltet die Ampel beim zweiten auf rot. Man wartet ein erstes Mal. Sobald die Ampel wieder auf grün steht, schaltet die des dritten Fussgängerstreifens auf rot. Und man wartet ein zweites Mal.

Manchmal leuchten mir die Anlagen der Verkehrsplaner einfach nicht ein…

Auf dem falschen Gleis

Hier spielte das Velo Tram. Und ich landete am Boden.

„Wasch gmacht, Mann“, fragte mich der Strassenarbeiter besorgt. Ich wusste es nicht mehr genau. Aber etwa so muss es gewesen sein: Ich bin dem Tram vorgefahren, das bei der Haltestelle am Hirschengraben gehalten hatte. Vor dem „National“ wollte ich richtig einspuren. Da eine Baustelle einen Drittel der Fahrbahn blockierte, musste ich die Tramgleise in einem spitzen Winkel überqueren. Vermutlich rutschten dabei die Vorderreifen kurz auf dem nassen Gleis, bevor sie dort hinein sprangen und Tram spielten. Mich hingegen warf das Manöver aus der Bahn. Unsanft landete ich auf dem Asphalt, knapp neben der Abschrankung der Baustelle.

So etwa muss es gewesen sein. Der Strassenarbeiter half mir wieder auf und erkundigte sich fürsorglich nach meinem Wohlbefinden. Ich bedankte mich und ging arbeiten.

Heute, ein Tag später, tut nur noch das Rippli weh.

Freie Fahrt

Die Baustelle an der Aarstrasse

Die Baustelle schien zum Oktogon zu gehören wie der Gerüsterucksack zum Münster. Wie lange an der Aarstrasse gebaut worden ist, weiss ich nicht mehr. Und was die Arbeiter dort — wenn überhaupt welche dort gewesen sind — so lange gegrübelt haben, ist mir schleierhaft. Was ich aber aus eigener Erfahrung weiss: Mitunter kam es auf der wegen der Bauerei einspurig geführten Strasse zu gefährlichen Szenen — etwa, wenn ein von der Matte Richtung Marzili fahrender Autofahrer das Gefühl hatte, dass der Platz nicht nur für den Velofahrer reicht, der bereits auf der Höhe der Baustelle war, sondern auch noch für ihn und sein Gefährt.

Nun aber scheint die Bauerei endlich vorbei zu sein. Und vielleicht dürfen wir im kommenden Sommer auch wieder ins Pärkli dahinter, oder im übernächsten Jahr.