Blue Lips Club

Wir hatten uns sehr auf das Konzert gefreut: An einem Sonntag im Dezember wollten wir Mina im Blue Note Club in Biel hören gehen. Zwar waren laut der Website bloss noch Stehplätze zu haben – offenbar zum selben Preis wie die Sitzplätze. Doch egal, wir wollten Mina hören, reservierten wie geheissen per Nachricht auf dem Telefonanrufbeantworter und freuten uns sehr.

Am betreffenden Sonntag stiegen wir um 19.12 Uhr in den Zug, fuhren nach Biel und marschierten schnurstracks zum Konzertlokal. Vor dem Club hatte sich bereits eine Schlange gebildet. Um 19.50 Uhr stellten wir uns hinten an. Bald schon begannen wir an diesem zugigen Abend bei Temperaturen unter Null Grad zu frieren. Wir warteten und warteten. Sollte die Türe nicht seit 19.30 Uhr geöffnet sein? Sie war es, stellten wir 10 Minuten später fest. Am Kopf der Schlange, die nicht etwa bis direkt vor die Tür sondern rund zehn Meter weniger weit reichte – also gerade nicht bis in den Windschatten des Gebäudes -, an diesem Kopf der Schlange stand ein Angestellter in einer dicken wollenen Jacke. In seinen Handschuhen hielt er eine mehrseitige Namensliste. Er fragte die vordersten Leute nach ihren Namen, prüfte jeden genau, liess dann die betreffenden Leute passieren, hängte die Absperrkordel wieder ein, fragte nach dem nächsten Namen, prüfte auf seiner Liste, schritt zum Eingang – wohl um nachzusehen, ob die Vorgänger bereits bezahlen konnten -, kam dann zurück und liess die nächsten zwei, drei Leute passieren. So kriegte er pro fünf Minuten schätzungsweise drei Leute an die Wärme.

Wir warteten und warteten. Nach rund einer halben Stunde an der Kälte standen wir schliesslich schlotternd vor dem Pförtner. Er fragte nach dem Namen, überflog kurz die Zettel in seinen Händen – und schickte uns weg. Wir stünden nicht auf der Liste, bescherte er uns. Wir erklärten ihm, dass wir vor zwei Tagen per Telefon reserviert hatten. Es half nichts. Wir müssten halt warten und schauen, ob noch zwei Plätze übrig blieben, sagte er. Die Schlange reichte mittlerweile über den halben Platz.

Wir warteten – zusammen mit einigen Anderen: Auch bei ihnen hat die Reservation offenbar nicht geklappt. Wie weitere Besucher erzählten, bestätigt der Club Online- und Telefonreservationen nicht. Und offenbar geht bei diesem dilettantischen Reservationssystem auch die eine oder andere Anmeldung verloren. Knapp zehn eisige Minuten und ein kleines Wortgefecht mit dem Pförtner später marschierten wir enttäuscht davon und versuchten uns mit einer heissen Schokolade im Rotonde zu wärmen und zu trösten.

Zwei Tage später legte mich eine starke Erkältung fast lahm. Mina habe ich seither nicht mehr gehört. Und im Blue Notes Club buche ich nie mehr.

P.s.: Andere sind offenbar hinein gekommen.

P.p.s: Mein Vorsatz fürs nächste Jahr? Ich warte nicht mehr 14-Tage, bis ich endlich blogge…

3 Gedanken zu „Blue Lips Club“

  1. Hey This, schade das es nicht geklappt hat. Das Blue Note war ziemlich Voll. Und sie hatten scheinbar genügend Volk das an die Wärme wollte (was aber keine Entschuldigung für eine „nicht eingegangene/entgangene“ Reservation ist).

    Die online Reservation schickt (mir jedenfalls) eine Bestätigung zurück.

    Deinem Vorsatz schliesse ich mich an 😉

    Gruess und e guete Start
    Bastian

  2. Merci für die Korrektur. Offenbar war der Hinweis eines anderen Gastes eine Falschinformation. Sorry an den Blue Note Club. Das Problem mit der Telefonreservation ist aber nicht gelöst…

  3. „Müli Hunzike, Burkhard – tschou! Du ghörsch mi ab Tonband. Churz zum Programm: […]. Für Reservatione bitte TÜDDDLECH der Name vo dr Veraaschtautig, die Name und d’Aazau Plätz aagähh. [Itz chunnts, This:] I tue keini Reservatione beschtätige. Glob mers, dass I’s’uffschribe, u i globe dr, dass de chunsch. Aui Veraaschtautige fö am nüüni a, ussert am Sunntig am achti“ [Quelle: 031 721 0 721].

    Kurz: MiNa in der Mühle war der Hit. Telefonisch reserviert. Gloub mer, dass er’s uffgschribe het, u gloub mer, dass I gange bi 😉

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