Befragung mit Problemen

Derzeit führe ich eine Befragung für meine letzte Seminararbeit durch. Dazu habe ich auf meinem gemieteten Server-Plätzchen bei einem Günstig-Provider (Shared Hosting) die Befragungssoftware Limesurvey installiert. Über längerer Zeit habe ich an der Umfrage gefeilt und sie mehrmals getestet und testen lassen.

Am Dienstag hat der Moderator einer bestimmten Facebook-Gruppe den Link dann an die Gruppenmitglieder verschickt. (Ich brauche eine definierte Grundgesamtheit. Die Facebook-Gruppe eignet sich gut dafür, da ihre Mitglieder gut meinen Kriterien zu entsprechen scheinen.)

Kurz darauf kam es offenbar zu ersten Server-Ausfällen. Die Anzahl der Umfrage-Abbrecher war höher als die Anzahl derjenigen, die die Umfrage abgeschlossen haben. Offenbar beendete der Server in mehreren Fällen die Umfrage. Oder er war unerträglich langsam.

Tags darauf fragte ich beim Webspace-Provider nach. Der Techniker bestätigte mir, dass der Server am Limit gelaufen sei. Ein Mitarbeiter sei den halben Abend damit beschäftigt gewesen, den Server zu stabilisieren, damit es nicht zu Ausfällen auf anderen Websites komme. Ich fragte daraufhin, was er mir rate. Allenfalls könnte ich die Umfrage-Software wechseln, sagte er mir. Das ist während der laufenden Umfrage aber kaum möglich. Weitere Ratschläge konnte er mir nicht erteilen.

Am Donnerstag morgen hat sich eine weitere Teilnehmerin über den langsamen Server beschwert. Ich habe deshalb bei den Entwicklern der Umfrage-Software nachgefragt. Diese waren erstaunt über die Probleme. Die Software gelte als sehr schnell und könne weit mehr als die paar gleichzeitigen Nutzer bei mir verarbeiten. Sie baten mich beim Server-Betreiber nach den Log-Dateien zu fragen.

Ein Techniker des Providers hat sich das Problem daraufhin nochmals angeschaut. Die Herausgabe von Logs mache keinen Sinn, da darin die Überlastung nicht zu sehen sei, sagte mir der Support-Mitarbeiter. Der Server werde aber genau überwacht. Und wenn man dem Problem auf die Schliche komme, melde man sich.

Zwei Kollegen, die ein bisschen etwas von Server verstehen, orteten das Problem eher beim Shared-Hosting als bei der Software. Bei Discountanbietern liefen auf einem Server bis zu 2000 Kundenaccounts, schrieb einer. Sobald mehrere Kunden eine Anwendung, die etwas Rechenleistung benötigt, laufen liessen, komme es zu Problemen. „Das Ganze liegt zu 99 Prozent nicht am Survey sondern an der Anzahl Kundenaccounts auf dem Rechner.“

Mittlerweile kommen nur noch vereinzelt Umfrage-Teilnehmer vorbei. Der Server scheint wieder stabil zu laufen. Ich beobachte die Sache nun noch zwei Tage. Und wenn bis dahin nicht genügend Antworten zusammen gekommen sind, muss ich wohl vor dem Verschicken eines Reminders noch einen Provider-Wechsel oder ein Upgrade in Betracht ziehen.

Vielen Dank allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Befragung für Ihre Geduld. Ich hoffe, dass die Fragen nun ohne Unterbruch beantwortet werden können. Als Vorsichtsmassnahme macht es allenfalls Sinn, nach den Frageblöcken jeweils den „Zwischenspeichern“-Knopf zu drücken.

Subversion

Ich gedenke meine verbleibenden Uni-Arbeiten in Latex zu schreiben. Damit ich jeweils eine Sicherheitskopie habe, benutze ich Subversion — ein Tool, das normalerweise Programmierer einsetzen. Der Vorteil dieser Lösung: Alle Änderungen an meinem Dokument werden aufgezeichnet. So kann ich ältere Versionen wieder herstellen, sollte mal Text verloren gegangen sein. (Zudem könnten sich auch weitere Leute an den Schreibarbeiten beteiligen; Freiwillige vor — in meiner Arbeit im Fach Zeitgeschichte geht es um „Subversion“ in der Armee anfangs der 1970er Jahre. Und mit dieser „Subversion“ ist für einmal keine Software gemeint. ;-))

Hier eine kleine Anleitung für Anfänger. Zum Einsatz kommt Ubuntu-Linux. (Windows-Nutzer gucken sich am besten TortoiseSVN an.)

1.) Falls Subversion noch nicht installiert ist, holt man dies nach. Dazu verwendet man entweder den Befehl sudo apt-get install subversion oder benutzt die grafische Paketverwaltung Synaptic.

2.) Nun muss irgendwo ein Subversion-Konto eröffnet werden. Meines befindet sich auf den Maschinen des Anbieters Springloops. Sobald ich dort ein eigenes Projekt eröffnet habe, kann ich oben rechts den Link dazu kopieren.

3.) Nun öffne ich die Konsole. Ich gehe ins richtige Verzeichnis, also etwa in /home/benutzer/Dokumente/. Nun wird das Verzeichnis ein erstes mal ausgecheckt. Dazu verwende ich den Befehl svn checkout link_von_springloops.

4.) Subversion hat auf dem eigenen Computer nun ein Verzeichnis eröffnet, in dem die Arbeitskopien der Dokumente gespeichert werden. Sind irgendwo auf dem Computer bereits Dokumente vorhanden, werden sie nun in dieses Verzeichnis kopiert. Um die Dateien der Versionsverwaltung anzufügen, muss jede mit folgendem Befehl entsprechend markiert werden: svn add namederdatei.

5.) Nun wird ganz normal an den Dokumenten gearbeitet. Sobald man Änderungen durchgeführt hat, speichert man die Dateien lokal. Um die lokale Arbeitskopie mit der Datei auf dem Netz abzugleichen, verwendet man den Befehl svn commit.

Ergänzungen: Arbeiten mehrere Nutzer am jeweiligen Projekt, ist — bevor man mit der Arbeit beginnt — jeweils die Arbeitskopie zu aktualisieren. Dies geschieht mit svn update. Mit svn diff kann man sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Versionen anzeigen lassen. Und svn status zeigt Informationen zum Status der Dateien an.

Vielen Dank an Lorenz, der uns am Chaos-Treff in die Subversion-Geheimnisse eingeweiht hat.