Das traurige Ende der Mandarine

Was unterscheidet eine Mandarine von einer Clementine? Die Kernen, sagt eine Kollegin. Die Mandarine habe, die Clementine kaum. Und weil niemand Kernen will, verschwänden die Mandarinen nach und nach aus den Läden. Clementinen seien eine Kreuzung aus Mandarine und Bitterorange, steht in der Wikipedia. Aus der Bitterorange, auch Pomeranze genannt, wird übrigens das Orangeat gemacht, über das sich nahe Familienangehörige Jahr für Jahr beim Knabbern an meinen Christstollen beklagen. Doch das nur nebenbei.

Die Clementine, die ich in Migros‘ Take-Away im Bahnhof zum stolzen Preis von einem Franken erworben zu haben glaubte, entpuppte sich unterwegs als Mandarine. Sie hatte Kernen. Oder besser: Sie hatte viele Kernen, in jedem Schnitz zwischen zwei und vier. Ein fruchtbares Früchtchen, ist man versucht zu loben: Es tat sein bestes, die Mandarinen vor dem Aussterben zu bewahren. Bloss provozierte es damit das Gegenteil. Ich jedenfalls werde in dieser Saison keine Mandarine mehr kaufen, seit mir sämtliche Pendler hartnäckig zuguckten, wie ich Kerne um Kerne aus dem Mund fischte. Einige grinsten sogar frech, etwa diese junge Pomeranze…

Ein Gedanke zu „Das traurige Ende der Mandarine“

  1. Zwei Stöcke höher erstand ich einen gazen Sack voll Clementinen für einen unwesentlich höheren Preis, und die hatten auch zum Teil Kernen… ist das wirklich das taugliche Abrenzungskriterium?

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