Die Zettel sind ausgezählt, die Gewinner der Swiss Blog Awards stehen fest: Zum besten Blog der Schweiz hat das Publikum Don’t mention the skiing gewählt. In der Kategorie „Rookie“ gewinnt der Pendlerblog, in der Kategorie Multimedia Scanblog.
Podiumsdiskussion: Massenmedien und Medien der Massen
„Die Zeitungen haben ein Problem“, sagt Martin Haslebacher. An einer Podiumsdiskussion an der Verleihung der Swiss Blog Awards in Biel diskutierte der Leiter Interaktiv bei der Berner Zeitung BZ mit Bruno Giussani, Technologie-Korrespondent der New York Times, Jean-Christophe Liechti, Produzent des Multimediamagazin „Nouvo“ im Westschweizer Fernsehen, Julika Hartmann, IT-Beraterin und Gründerin des FDP-Blogs. Die Tageszeitungen würden immer weniger nachgefragt, sagt Haslebacher. „Wir müssen uns deshalb Gedanken dazu machen, was wir ändern müssen.“ Die Zeitung müsse den Nutzer ins Zentrum stellen. Und sie müsse schauen, wie sie den Nutzer auch in Zukunft erreichen kann, unabhängig vom Medium. Ein Geschäftsmodell gebe es noch nicht. „Wir müssen zuerst experimentieren.“ Fact sei aber: „Das langfristige Geschäftsmodell der Zeitung ist bedroht. Wir müssen unsere Geschäftsaktivitäten ins Internet ausdehnen.“
Ähnlich argumentiert Jean-Christophe Liechti, Produzent des Multimediamagazin „Nouvo“ im Westschweizer Fernsehen: Tagsüber erreiche man die Leute eher per Internet. Erst dann kämen sie nach Hause und schalteten den Fernseher an. „Darauf müssen wir uns einstellen.“ Das Internet verändere auch die Art, wie Fernsehen gemacht wird. „Es gibt nicht nur eine Konkurrenz um die Aufmerksamkeit, sondern bereits eine Konkurrenz mit nutzergenerierten Bildern.“ Längerfristig müsse man sich sogar fragen: „Werden wir in Zukunft noch die Bilder machen, die wir ausstrahlen?“
Der FDP-Blog sei nicht primär als Informationsmedium für Journalisten zu verstehen, sagt Ulrike Hartmann, IT-Beraterin und Gründerin des Blogs. „Diese Zielgruppe bearbeiten wir anderswo.“ Interessant sei nebst der Diskussion über Inhalte und dem direkten Kontakt zu den Wählern aber die Möglichkeit, im Weblog Fehler in der Medienberichterstattung korrigieren zu können. „Vielleicht finden die Informationen so den Weg zurück in den Journalismus.“
„Die Zeitung wird es noch lange geben“, sagt Bruno Giussani, Technologie-Korrespondent der New York Times. Und die Diskussion über das Verhältnis zwischen Massenmedien und Weblogs sei eine alte. Die traditionellen Medien müssten Modelle zur Zusammenarbeit mit Bloggern ausarbeiten. So könnten etwa Inhalte von Bloggern eingekauft werden. „Weblogs bieten uns aber auch die Chance, die Qualität im Journalismus zu verbessern.“ So habe etwa L’Hebdo nach den Krawallen in Frankreich Journalisten nach Frankreich geschickt. Diese hätten dann regelmässig aus den betreffenden Quartieren berichtet – in der Zeitung, aber vorallem in einem Weblog.
Podiumsdiskussion: Wie verdient man mit Weblogs Geld?
Vor der Bühne stehen an zwei Bistrottischen drei Gründer und Geschäftsführer von Internetunternehmen: Christian Stocker von Bitflux aus Zürich, Hannes Gassert von Mediagonal aus Freiburg und Roger Fischer von Kaywa aus Zürich.
„Wie verdient man mit Weblogs Geld“, fragt Moderator Nick Lüthi. „In der Schweiz und in Deutschland gibt es noch ein grosses Potential für Weblogs“, sagt Roger Fischer von Kaywa. Trotzdem sei es auch in Zukunft schwierig, mit dem Hosting von Weblogs Geld zu verdienen. Der Schweizer Markt sei dafür zu klein. Und er sei „pickelhart“. Als Anbieter müsse man daher besonders gut sein: „Wer es aber in der Schweiz schafft, ist gut gerüstet für das Ausland.“
Mit Weblogs Geld zu verdienen, sei sehr schwierig, sagt auch Christian Stocker. Bitflux verdiene vorallem an der Entwicklung und der Betreuung von Firmen-Websites. Auf diesen werde teilweise auch Weblog-Technologie eingesetzt. Viele kleine und mittlere Unternehmen verlangten aber immer noch nach einem „normalen“ Webauftritt. Sie zum Weblog-Schreiben zu bekehren, mache schon alleine aus Gründen der Arbeitsbelastung oft keinen Sinn. „Ich bin kein Weblog-Evangelist“, sagt Christian Stocker.
„Ich predige auch nicht Weblog“, sagt Hannes Gassert. „Wer eines braucht, weiss das selbst.“ In bestimmten Nischen könne man mit Partnerschaften aber durchaus auch mit Weblog-Projekten Geld verdienen. So habe die Mediagonal etwa den „Travelblog“ gemeinsam mit zwei Partnern lanciert. „Es spricht nichts dagegen, dass wir das Projekt auch mit internationalen Partnern aufschalten.“
„Doch, ich bin ein Weblog-Evangelist“, nimmt Roger Fischer den Faden auf. Von seiner Öffentlichkeitsarbeit profitierten natürlich auch andere Firmen. Zentral sei heute nicht mehr, dass die Medien erklärten, was Weblogs sind. „Wenn in den Medien über Blogs berichtet wird, werden immer Metapher wie ‚öffentliche Tagebücher‘ bemüht – und damit suggeriert, dass Weblogs nicht ganz ernst zu nehmen sind.“ Viel besser sei, wenn die Medien selbst auch Weblogs anböten. „Dann sehen und begreifen die Leser, wie Blogs funktionieren.“
Die Verleihung beginnt
Die erste Verleihung der „Swiss Blog Awards“ ist eröffnet. Moderator und Mitorganisator Nick Lüthi begrüsst die gut 40 Anwesenden im Volkshaus Biel.
Der Anlass beginnt mit einem offenen Podiumsgespräch: Christian Stocker, Geschäftsführer von Bitflux, Hannes Gassert von Mediagonal und Roger Fischer von Kaywa diskutieren mit dem Publikum, ob und wie man mit Weblogs Geld verdienen kann.
Über Massenmedien und „Medien der Massen“ debattieren anschliessend an einer Podiumsdiskussion Bruno Giussani, Technologie-Korrespondent der New York Times, Jean-Christophe Liechti, Produzent des Multimediamagazin „Nouvo“ im Westschweizer Fernsehen, IT-Beraterin Julika Hartmann und Martin Haslebacher, Leiter des Bereichs Interaktiv bei der Berner Zeitung.
Anschliessend folgen die Präsentationen der Blogger, gefolgt von der Abstimmung und der Prämierung der besten Weblogs in drei Kategorien.
Fototreff Segellager 06
Sportskanonen tauschen Bildchen: Die Kapitäninnen und Kapitäne aus der Segellager vom April 2006 treffen sich am Freitag, 9. Juni, ab 17 Uhr, um Fotos zu tauschen, Seemannsgarn zu spinnen und Würste (bzw. Gemüse) zu braten. Bitte bringe Fleisch und eine Beilage fürs Büfett mit. (Ja, genau, nur die Kapitäninnen und Kapitäne. Für die anderen gibts sonst wieder mal ein Festchen.)
Zur Auswahl stehen zwei Orte: Entweder findet das Treffen bei Pascal in Belfaux statt. Oder wir treffen uns in Murten in der Ferienwohnung meiner Eltern. Deshalb nun die grosse Umfrage in den Kommentaren:
Kommst du definitiv?/ Est-ce que tu viendras? Wo soll das Treffen stattfinden?/ Quel lieu préfères-tu? (Option Belfaux/ Option Murten) Was bringst du zum Essen (Salat, Dessert, etwas zum Knabbern) oder zum Trinken mit?/ Qu’est-ce que tu vas apporter pour manger ou boire?
Und noch ein Haas…
Apropos Fuchs und Haas: Ich hab’s eher mit dem Haas – besonders wenn er sooo süss ist.
Nachdem mein einziger Haas – ich hatte ihn von den Matte-Postfrauen erhalten – in Südfrankreich quallvoll des Hitzetodes gestorben ist, bin ich nun doch noch einmal weich geworden. Ich habe im Coop den süssen Albino gekauft. An der Kasse habe ich mir dann fest vorgenommen, sämtliche Feste zu feiern, wie sie fallen, bloss mit einer Woche Verspätung – ich schlauer Fuchs.
Wo Fuchs und Haas…
Nein, eine Metropole sei Bern schon nicht, sagen jeweils Besucher aus grösseren Städten. Bern habe für mich eine angenehme Grösse, pflege ich dann zu entgegnen, sei überblickbar, aber trotzdem nicht langweilig. Heute hätte ich unverblümt geantwortet: Jawohl, Bern ist Provinz – nachdem tatsächlich ein Fuchs meinen Heimweg gekreuzt hat, und zwar keiner aus dem Rathaus.
Das Wetter im April
Penis verlängern?

Die Spammer treiben es wilder denn je: 111 Spam-Nachrichten sind letzte Nacht im Filter meines Weblogs hängen geblieben. Die allermeisten werben für eine Pille, die den Penis verlängern soll. Zuerst nahm ich mir pflichtbewusst vor, das Angebot seriös zu prüfen. Schliesslich habe ich mich doch anders entschieden. Denn hat einer nächtelang Zeit, um Spam für solche Pillen zu verschicken, war deren Effekt wohl nicht langanhaltend…
Ps: Bitte vermeide in deinem Kommentar das Wort Penis. Sonst bleibt auch er im Filter stecken.
Die Fugen des Mozart (II)
Nein, Mozart hat längst nicht die ganze Messe selbst geschrieben. Und nein, kaum etwas darin steht wirklich in c-Moll. Wer aber wissen will, wie Fugen bei Mozart klingen, und das erste Konzert im letzten Sommer verpasst hat, kommt am besten vorbei.
Der Konzertchor Biel-Seeland, der Singkreis Bremgarten, ein Ad-Hoc-Chor, das Vokalensemble Vivace und das Opus-Orchester sowie die Solisten Barbara Locher (Sopran), Eliseda Dumitru (Mezzosopran), Jan-Martin Mächler (Tenor), Marc-Olivier Oetterli (Bassbariton) führen unter der Leitung von Fred Graber die Grosse Messe in c-Moll von Wolfang Amadeus Mozart auf. Das Konzert findet am Freitag, 31. März 2006, um 20 Uhr in der Französischen Kirche Bern statt.
Egal ob selbst geschrieben und in welcher Tonart: Just listen to This.
