Lass uns ein Velo baden

Frühmorgens johlend durchs Quartier torkeln, in Kübel kotzen, Wände besprayen, Autos kicken, Pflanzenkübel verpflanzen, Strassenlampen steinigen: Einige Betrunkene finden so ziemlich alles so ziemlich lustig. Das ist nichts neues. Deshalb lasse ich mein Velo jeweils ab Freitag nicht auf dem Parkplatz vor dem Haus; und meine Nachbarin parkiert ihr Auto übers Wochenende nicht mehr in der Matte. Dass die Nachtbuben am Montag vor dem 1. August auch unterwegs sein werden, damit hatte ich nicht gerechnet. Dieses Mal spielten sie „Velo baden“.

Velo am Baden

Da ich zufälligerweise früh aufgestanden war, bin ich noch rechtzeitig in meinen Kurs gekommen, am Dienstag früh, wohl gar nicht so lange nach dem Streifzug der Nachtbuben. Ich habe das Velo schliesslich mit nachbarschaftlicher Hilfe aus der Aare bergen können – rechtzeitig vor dem Ersaufen.

Schnappschuss

Potzblitz, waren die schnell: Am Sonntag bretterten Gümmeler über die Bsetzi vor meiner Loge. Das kommt nicht alle Tage vor. Deshalb wollte ich mit der neuen Kamera ein Souvenir knipsen. Einfach war’s nicht…

Schnappschuss Tour de Suisse Schnappschuss Tour de Suisse Schnappschuss Tour de Suisse

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Nach einigem Pröbeln war klar: Ich muss drücken, wenn der Töff direkt vor mir und der Radfahrer bei der Busstation ist. Dann ist der Töff weg, wenn die Kamera knipst, und dafür der Radfahrer davor. Und doch sehen auch diese Bilder irgendwie abgefahren aus. Weshalb sich die Velos darauf aufzubäumen scheinen, konnte ich bislang noch nicht in Erfahrradung bringen.

Schnappschuss Tour de Suisse

Ausgemustert

Ausgemustert

Die grünen Mannen haben Schlz Born nach Hause geschickt. Weshalb? Schlz Born hat gestern endlich selber die geleisteten und in seinem Büchlein verzeichneten Diensttage addiert; bis anhin hatte er den Angaben im Brief der grünen Mannen geglaubt. Dabei hat er festgestellt, dass er bereits 134 Tage im AdF verlebt hatte. Darauf hat er heute morgen die Mannen im KP-Büro hingewiesen. Doch die waren zuerst anderer Meinung. Im Pisa-System (nein, mit Leseschwäche hat dies nicht zu tun, wohl aber mit einer Rechenschwäche, wie sich bald herausstellen sollte) sei vermerkt, dass AdA Born noch 11 Tage zu leisten habe. Dann haben sie aber doch noch nachgefragt und herausgefunden, dass ein AdF aus dem Dienstbüchlein im Pisa-System fehlt. Einen halben Tag und eine Fahnenzeremonie später haben sie bestätigt, dass AdA Born nicht mehr aktiver AdA sein sollte. Sie haben ihn nach Hause geschickt. Denn Schlz Born hat seine Tage.

(Und das feiert Veteran Born heute um 20 Uhr in der „Turnhalle“. CU there?)

Diensttage

Screenshot Militär-Website

Morgen muss Schlz Born in den AdF. Genau, heute sagt man „Ausbildungsdienst der Formation“ (AdF) und nicht mehr „Wiederholungskurs“ (WK). Und da Schlz Born, Grad Sdt, in letzter Zeit keine Information dazu erhalten habe, wie viele Diensttage in der AdF er noch zu leisten habe, wollte er sich auf der Website des Militärs kundig machen. Doch so sehr Schlz Born auch rief, der Webserver antwortete nicht. Und da frage sich Schlz Born: Ist der Server tot? Und wer hat ihn abgeschossen?

Kunstvandale

Das Werk der Kunstvandalen

Die gute Frau war etwas verunsichert. Ob das nun Kunst sei, fragte sie mich vor einigen Wochen an der Busstation beim Zentrum Paul Klee. Ich war eben daran, die zerborstene Glaswand des Unterstands zu fotografieren, in der sich prächtig die Sonne spiegelte. Ich halte dies eher für einen Vandalenakt, habe ich geantwortet. Und sie hat sich daraufhin über die Zerstörungswut der Jungen enerviert.

Heute bin ich mit dem Renner an der besagten Bushaltestelle vorbei gekurvt. Die Scheibe ist inzwischen ersetzt worden. Ehrlich gesagt: Mit der neuen Scheibe sieht der Unterstand nicht halb so spektakulär aus. Offenbar landet auch ein Vandale ab und zu einen Volltreffer…

Stärkung

Supradyn

An Auffahrt lag ich mit Kopfweh darnieder, dafür kam das Essen obsi. Gestern ass ich wieder eine halbe Banane, weichgekochte Teigwaren und Reis. Und heute kaufte ich zur Stärkung in der Schwanen-Apotheke Supradyn. Darin hat es 13 Vitamine und 12 Mineralstoffe – alles, was mir fehlen könnte. Da die kleine Packung mit 15 Brausetabletten auch schon ziemlich gross aussah, erstand ich mir für 16.50 Franken eine solche. Erst zuhause merkte ich, dass ein Viertel des Röhrchens leer war. Ich fühlte mich gleich viel besser: Mit meinem kleinen Einkauf stärkte ich nicht nur mich, sondern auch noch Roche und die Aluminium-Industrie.

Der eitle Enterich ist gelandet

Gestern ist der eitle Enterich auf meinem Denkbrett gelandet und hat problemlos den Frechdachs vertrieben. Und dies, obschon er noch im pränatalen Stadium steckt: Die neue Version von Ubuntu-Linux mit dem Namen Dapper Drake ist erst am 1. Juni ganz fertig.

Weshalb aber macht This ein Upgrade auf eine noch nicht als stabil deklarierte Beta-Version eines Betriebssystems? Zum einen, weil er einfach nicht mehr warten konnte. Und zum anderen, weil er heute am Ubuntu-Anwendertreffen nicht der einzige mit der alten Breezy-Badger-Version sein will…

Die diesjährigen Gewinner

Und am Schluss war es fast wie bei der Oskar-Verleihung: Unter Tränen bedankte sich Heather Jargus in gebrochenem Deutsch überschwänglich beim Publikum. Und als sie – wie es der Moderator gewünscht hatte – die frohe Botschaft durch ihr Weblog kundtun sollte, hatte sie vor Aufregung das Passwort vergessen.

Die in der Schweiz lebende Britin Heather Jargus hat am Freitag mit ihrem Weblog „Don’t mention the skiing“ den ersten „Best Swiss Blog Award“ gewonnen. In der Kategorie Multimedia gewann der „Scanblog“ der Zürcherin Rebecca, bei den Neueinsteigern der „Pendlerblog“ eines anonymen Autorenteams. Die Swiss Blog Awards sind am Freitag zum ersten Mal verliehen worden. Die Kandidaten waren online nominiert worden. Das Publikum hat während der Zeremonie im Bieler Volkshaus die Gewinner gewählt.

Heather Jargus
Heather Jargus berichtet in Don’t mention the skiing von ihren persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen vorab an ihrem neuen Wohnort Schweiz. Auf den Namen des Weblogs angesprochen erzählte sie, wie sie gemeinsam mit ihrem Mann in die Schweiz gekommen sei und dafür ihren Job in England aufgegeben habe. Bekannte hätten ihr gesagt, jetzt habe sie wenigstens genügend Zeit zum Skifahren, bis sie, die erklärte Nicht-Skifahrerin, das nicht mehr hören mochte. Seither gelte: Don’t mention the Skiing.

Rebecca veröffentlich in ihrem Scanblog eingescannte Bilder. Eigentlich habe sie einen Fotoblog machen und jeden Tag ein Foto veröffentlichen wollen, erzählt die 29-jährige Zürcherin. Sie habe das Projekt aber bloss einige wenige Tage durchgezogen. Dann habe sie etwas anderes ausgeheckt: Sie habe einen Scanner gekauft. Und nun veröffentliche sie sporadisch besondere Scans. Als erstes habe sie etwa ihren Plüschaffen eingelesen. Und ja, auch die Tasse mit dem USB-Anschluss – die Auszeichnung der Swiss Blog Awards – werde sie einscannen.

Die Gewinner in der Kategorie „Rookies“ nahmen den Preis nicht selbst entgegen. Das Autorenteam, das im Pendlerblog die Gratis-Zeitung 20 Minuten unter die Lupe nimmt, wollte anonym bleiben. Es meldete sich an der Veranstaltung maskiert per Video-Grussbotschaft. Ein vom Team beauftragter Mittelsmann soll den Preis nun in einem Schliessfach deponieren, wo ein anderer Mittelsmann ihn abholen wird.