Easyjet enttäuscht

Easyjet hat den anderen Fluggesellschaften vorgemacht, wie man online Tickets verkauft. Ein Überflieger ist die Firma in diesem Bereich aber längst nicht mehr. Der Buchungsprozess ist schlicht zu wenig flexibel. Ein Beispiel:

Wir möchten zu zweit von Genf nach Barcelona fliegen. Da ich anschliessend an die Stadtbesichtigung noch an einer Messe teilnehmen will, soll mein Rückflug eine halbe Woche später abheben. Trotz langem Pröbeln habe ich bei Easyjet keine sinnvolle Möglichkeit gefunden, zwei Flüge mit je unterschiedlichen Rückreisedaten gleichzeitig zu buchen. Zwar lassen sich „Flüge hinzufügen“. Dann aber lässt das System die Eingabe eines zweiten Passagiernamens nicht zu.

Wegen dieser Unzulänglichkeit des Verkaufssystems müssen die beiden Reisen schliesslich einzeln gekauft werden — womit auch zweimal die horrende Kreditkartengebühr von 21 Franken fällig wird. (Alternative Bezahlsysteme wie Paypal oder einfache Überweisungen unterstützt der Branchenprimus leider nicht.)

Es gibt noch einen weiteren Weg: Man passt den Namen des Passagiers in der Kontoverwaltung nachträglich an. Diese „Dienstleistung“ kostet dann satte 48 Franken.

Vielleicht sollte ich nächstes Mal doch auf den Elipsos-Nachtzug setzen.

Den Sünder einfach löschen

Plötzlich lief der Windows-XP-Computer am Anschlag: Ein Prozess mit dem Namen svchost.exe beanspruchte fast 100 Prozent der Rechenleistung. Bei „svchost“ handelt es sich um einen Windows-Systemprozess. Allerdings können sich auch Viren hinter diesem Namen verstecken. Einfach abschiessen konnte man den Prozess nicht, da danach der Computer heruntergefahren wird. Der Virenscanner wiederum lief — da fast keine Rechenpower mehr zur Verfügung stand — bloss sehr langsam. Nach einem Tag scannen stand er noch immer am Anfang. Gefunden hatte er nichts.

Nach langer Pröbelei stiess ich bei einem Scan mit TweakNow RegCleaner auf eine verdächtige Datei mit dem Namen srvklw32.exe, die automatisch gestartet wird. Deaktivieren liess sie sich, löschen aber nicht. Ein Eintrag in einem Forum brachte mich schliesslich auf eine Lösung: Ich startete den Computer mit einer Linux-Live-CD, suchte auf den Windows-Partitionen nach der Datei srvklw32.exe und löschte diese. Anschliessend startete ich Windows neu. Bislang funktionierts…

Klassenzusammenkunft

Märcu und Ädu entfliehen in die Ferne. Und Üelu feiert lieber im Chrachen. Aber alle anderen, die mit uns die Schulbank gedrückt haben, hoffen wir an der Klassenzusammenkunft zu sehen. „Nein, schreibs nicht so unverbindlich“, wendet Monä ein. „Schreib besser: ‚Dass mir nur ja keiner fehlt! Absenzen werden nicht gewährt! Ich habe das Klassenbuch!“ Und noch während ich tippe, sagt Monä: „Jetzt musst du schreiben, wo die Klassenzusammenkunft stattfindet.“ Ruhig, ruhig, das kommt ja gleich. Also: Wir treffen uns nach dem Mechiuche-Märit — also am 5. September ab 17 Uhr — zum Bräteln im Garten meiner Eltern am Reuelweg. Falls es regnet schlüpfen wir im Wintergarten unter. „Vergiss nicht zu schreiben wegen dem Buffet“, sagt Monä. Ja, wegen des Buffets (Genitiv, liebe Monä): Darauf hat es Platz für Beigemüse, Salate und Desserts. Trage einfach unten ein, was du bringst. Monä will das so. Was sagst du? Ja, früher war sie spontaner. Das muss das Alter sein, oder die langjährige Erfahrung als Familien-Managerin. „Hör jetzt auf zu lästern“, sagt Monä resolut. Gut, lassen wir das. Apropos Beigemüse: Schreib doch auch noch hin, falls du gleich mit der erweiterten Grossfamilie antanzen willst. „Und nun noch die Getränke.“ Ach ja, die Getränke — Monä kümmert sich darum. Sie karrt die Tranksame im Kombi (oder was auch immer sie jetzt fährt) an. Sie stelle dann ein Kässeli hin, sagt sie. „Und das Ganze ist einfach spontan und unkompliziert“, sagt sie. „Schreib das auch noch.“ Und man glaubt es kaum. Jetzt fällt sogar ihr nichts mehr ein.

Kurz und gut: Klassenzusammenkunft, SA 5. September ab 17 Uhr bei Borns am Reuelweg. CU.

Schabziger

Mänus Plädoyer in Ehren — mich hat der Schabziger einmal fast das Leben gekostet. Es war in der düsteren, feldgrünen Vorzeit, an die ich mich nur ungern erinnere und die ich erstaunlich erfolgreich verdrängt habe. Noch etwas verschlafen stand ich in der Reihe der Kameraden; die Schlaftrunkenheit sei mir verziehen, schliesslich begab sich, was ich zu erzählen habe, zu nachtschlafener Zeit lange bevor der Morgen graute. Eben hatte ich — wie jeden Tag — ein Chacheli mit der Brühe gefüllt, die sie Kaffee nannten, oder vielleicht auch mit einer Kelle der Flüssigkeit aus dem Kessel daneben, die als Schoggimilch bezeichnet worden ist, obwohl sie vermutlich weder noch enthielt. Ich legte sodann drei Stück leicht angetrocknetes Ruchbrot aufs Tablett. Und gerade als ich einen Löffel der süssen und weitgehend fruchtlosen Konfi nehmen wollte, die ich seit Wochen schon jeden Morgen aufs Trockenbrot strich, gewahrte ich den Käse. Käse! Nach all den Wochen gönnte man uns einmal Käse! Ich griff zu. Der Tag schien gerettet. Ich suchte mir einen Platz, setzte mich hin. Voller Vorfreude packte ich den Käse aus und biss beherzt und vielleicht fast etwas gierig hinein. Dann würgte ich.

Das war meine erste Bekanntschaft mit dem Schabziger. Meine Glarner Freundin brauchte Jahre, um mich von diesem Trauma zu heilen und mir den Schabziger zumindest homöopathisch dosiert in Form von Zigerhöreli wieder schmackhaft zu machen.

Mein Paris

paris

Hier gab es lange nicht viel zu lesen. Der Grund ist, dass ich am Schreiben bin. Ich habe mich hier in Paris einquartiert und arbeite an einer Seminararbeit und einer Lizarbeit zur elektronischen Zeitung auf Lesegeräten (E-Reader).

Von Paris habe ich bislang noch nicht allzu viel gesehen — ausser natürlich das Panthéon, auf das ich einen direkten Blick habe.