Die junge Generation

Zwei Generationen

Neulich im Laden: Neu steht auf „meinem“ Deo. Was genau ich mir unter die Arme schmiere, verstehe ich zwar nicht – laut Aufdruck ist es eine Mischung aus „Aqua, Aluminium Chlorohydrate, PPG-15 Stearyl Ether, Steareth-2, Steareth-20“. Was ich beim Vergleich der Inhaltsangaben aber gemerkt habe: In der neuen Flasche ist das selbe wie in der alten, trotz des „New“-Klebers. Geändert haben sich aber die Verpackung und der Herstellungsort: „Grether International GmbH D-Lörach“ steht auf der etwas kleineren und nur ganz wenig dickeren Flasche, die aber gleich viel fassen soll wie die alte aus Grossbritannien. Und darunter ist aufgedruckt: „Made in Switzerland“. Wenigstens haben die Flaschendesigner den alten Slogan weggeputzt: „MUM – Ihr ständiger Bodyguard, auch wenn’s heiss wird“.

Geburtstagswunsch I: Velohelm

Es war kurz vor dem Ziel: Ich brauste auf meinem nachmittäglichen Velofährtchen über die Sulgeneckstrasse Richtung Marzili. Auf dem Sulgeneckrain näherte sich langsam ein Merz. Doch statt anzuhalten, bog er in die Sulgeneckstrasse ein. Ich bremste, so fest ich konnte. Auf Höhe Hinterachse und fast auf der Gegenfahrbahn hatte ich den Renner wieder unter Kontrolle. Ich fluchte und vermittelte dem Fahrer in einer Geste, was ich von solchen bekloppten Manövern halte. Dieser fuhr langsam die Strasse hinunter und kümmerte sich keinen Deut um meinen Deut. Auf der Autonummer prangte ein „CD“. Unten fuhr er wieder in den Sulgeneckrain rein.

Glücklicherweise ist nichts passiert. Einzig die Stirne surrte nach meiner Geste etwas. Auf der Zielgeraden meines Velofährtchens beschloss ich, mir zum Geburtstag einen Helm zu wünschen – zum Schutz vor Fahrern ohne Verstand und vor der eigenen Hand.

Waschtag

Heute war Waschtag. Montag ist oft Waschtag. Denn Montag ist mein „Freitag“. Und ab Dienstag brauche ich wieder Kleider, die nicht nach Samstag stinken.

Beim Wäsche-Zusammenlegen sinnierte ich dann, was sich wohl ändern möge, wenn der Rauch raus muss. Bleibt Montag Waschtag? Oder wäscht man fortan vor dem Ausgehen?

Gefahr an der Aar'

Plötzlich war ich mir meiner Sache nicht mehr so sicher: Wäre ich nicht doch besser auf direktem Weg nach Hause gefahren? War es wirklich eine gute Idee gewesen, abzusteigen und das Velo dem Fluss entlang zu stossen? Nein, es waren keine Jogger unterwegs, die mich über den Haufen rennen und zu einem Aarespaziergang à la Mänu hätten zwingen können; beim aktuellen Wasserstand wäre das Spazieren sowieso nicht lange gegangen. Der Grund war ein anderer: Kurz nach dem Blutturm sausten mir die Fledermäuse in einem Affenzahn um die Ohren, dass es mir Angst und Bange wurde. Hoffentlich hat keine einen Hörschaden. Und hoffentlich sekundenschläft keine beim Fliegen. Schliesslich bin ich doch noch heil nach Hause gekommen. Hätte ich vor dem Heimweg aus dem Büro gewusst, was ich am Abend in der Wikipedia lesen sollte – „Fledermäuse [können sich] bei Nebel und sehr hoher Luftfeuchtigkeit schlecht oder gar nicht orientieren“ -, ich hätte den Umweg der Aare entlang nicht riskiert.

… bis er bricht

... bis er bricht...

Es war ein Tag wie heute: Die Sonne hatte zum Sonnenbad auf den Balkon geladen, ich die Einladung an- und die Zeitung mitgenommen und mich auf meinen weissen „Lerolin SPA“ gesetzt. Beim Blättern im Regionalteil ist es dann passiert: Der Stuhl ist zusammengesackt. Die Hauswand hat dem Rücken im Fall eine Schramme mit auf den Weg gegeben, und dann bin ich auf den Boden gekracht. Daraus habe ich gelernt: Lädt die Sonne heute wieder zum Bade, gebe ich mich besonnen – und prüfe, wie gut der Sitz steht.

Brettern in Davos

Davos

Allen Ketzern sei’s gesagt: Nein, so schlecht war das Wetter nun auch wieder nicht. Und doch, es gibt einen See in Davos. Und nein, wenn eine Brise einen vom Brett fegt, schlägt man nicht zwingend die Beine auf. Zugegeben: Das Wasser war meist wärmer als der Wind; aber wir hatten ja kuschelig warme Neopren-Anzüge. Und der See ist wirklich klein; dafür bläst der Wind zuverlässig wie sonst fast nirgends. Und nein, die Beine habe ich nicht geprellt, dafür ein bisschen ein Rippli – am Gabelbaum, nicht am Seegrund -, als eine Brise das Segel und mich Trapez-Neuling flach gelegt hat. Abgesehen davon haben die paar Windsurf-Tage aber wirklich gut getan – allen Ketzern zum Trotz.

Davos1

Ein Merci für alles nach Davos.