Auf dem falschen Gleis

Hier spielte das Velo Tram. Und ich landete am Boden.

„Wasch gmacht, Mann“, fragte mich der Strassenarbeiter besorgt. Ich wusste es nicht mehr genau. Aber etwa so muss es gewesen sein: Ich bin dem Tram vorgefahren, das bei der Haltestelle am Hirschengraben gehalten hatte. Vor dem „National“ wollte ich richtig einspuren. Da eine Baustelle einen Drittel der Fahrbahn blockierte, musste ich die Tramgleise in einem spitzen Winkel überqueren. Vermutlich rutschten dabei die Vorderreifen kurz auf dem nassen Gleis, bevor sie dort hinein sprangen und Tram spielten. Mich hingegen warf das Manöver aus der Bahn. Unsanft landete ich auf dem Asphalt, knapp neben der Abschrankung der Baustelle.

So etwa muss es gewesen sein. Der Strassenarbeiter half mir wieder auf und erkundigte sich fürsorglich nach meinem Wohlbefinden. Ich bedankte mich und ging arbeiten.

Heute, ein Tag später, tut nur noch das Rippli weh.

Nicht mein Ding: Sonnenbrille

Sonnenbrille: nach wenigen Wochen schon kaputt

Unmittelbar vor dem Gleitschirm-Schnupperkurs an jenem Tag, als die Sonne gar erbarmungslos vom Himmel brannte, habe ich hurtig das dringend nötige Utensil gekauft: eine Sonnenbrille. Es war ein Schnellkauf. Keine zehn Minuten liess ich mir Zeit, um die Brille im Sportgeschäft auszuwählen, anzuprobieren und zu bezahlen. Trotzdem war ich von meinem Kauf überzeugt. Aber nicht lange.

Als ich neulich vor einem geplanten Spaziergang im Entlebuch meine Maxdrive-Brille auspackte, gewahrte ich einen grossen Spalt im Kunstoffglas. Und als ich mir diesen etwas genauer anschaute, war mir sofort klar: Hier musste die Brille brechen. Um die Brillenhalter — oder wie sagt man den beiden kleinen Flügel, die auf die Nase gesetzt werden? — zu befestigen, hat der Hersteller drei Löcher ins gebogene Kunststoffglas gebohrt, aus anatomischen Gründen natürlich exakt dort, wo das Glas bloss einen Daumen breit und die Spannung beim An- und Ausziehen der Brille am grössten ist. Kurz vor meiner Abreise nach Malta kaufte ich mir, wiederum im letzten Augenblick, eine neue Brille, ein anderes Modell des selben Herstellers. Bislang hält sie.

Das Ende des Kletterbaums?

Abgebrochener Ast

Er war einer unserer Kletterbäume. Mittlerweile sind wir erwachsen, und der Baum ist alt. Zahlreiche Misteln haben während der letzten Jahre ihre Wurzeln in seine Rinde getrieben und saugen ihm die letzte Kraft aus den Ästen. Als es neulich — ungewöhnlich früh, noch bevor der Baum seine Blätter fallen lassen konnte — zu schneien begann, brach der Baum ein und sein grösster Ast ab. Ähnliches passierte bei einem zweiten der fünf rund hundert Jahre alten Apfelbäume. Demnächst kommt nun der Landschaftsgärtner und richtet über unsere ehemaligen Kletterbäume.

der abgebrochene Ast die Krone voller Misteln

P.s.: Wer Misteln will, meldet sich hier, und ich schaue, was sich machen lässt.

Freie Fahrt

Die Baustelle an der Aarstrasse

Die Baustelle schien zum Oktogon zu gehören wie der Gerüsterucksack zum Münster. Wie lange an der Aarstrasse gebaut worden ist, weiss ich nicht mehr. Und was die Arbeiter dort — wenn überhaupt welche dort gewesen sind — so lange gegrübelt haben, ist mir schleierhaft. Was ich aber aus eigener Erfahrung weiss: Mitunter kam es auf der wegen der Bauerei einspurig geführten Strasse zu gefährlichen Szenen — etwa, wenn ein von der Matte Richtung Marzili fahrender Autofahrer das Gefühl hatte, dass der Platz nicht nur für den Velofahrer reicht, der bereits auf der Höhe der Baustelle war, sondern auch noch für ihn und sein Gefährt.

Nun aber scheint die Bauerei endlich vorbei zu sein. Und vielleicht dürfen wir im kommenden Sommer auch wieder ins Pärkli dahinter, oder im übernächsten Jahr.

Vor 10 Jahren: "Born in the USA"-Party

Die Ausbildung zum Primar- und Reallehrer war abgeschlossen, die Rekrutenschule hatte ich nachgeholt. Ich war bereit für Neues. Im August vor 10 Jahren reiste ich für ein Jahr in die USA. Zuvor aber verabschiedete ich mich mit einem Fest: der „Born in the USA“-Party.

Da ich während der Vorbereitung noch in der Rekrutenschule beziehungsweise einem anschliessenden Wiederholungskurs steckte, da ich noch kein Handy hatte und die meisten anderen noch nie eine E-Mail geschrieben hatten, mussten sich die Gäste auf meinem Anrufbeantworter anmelden. Und das hat so getönt. (Sorry an alle Beteiligten fürs ungefragte ins Netz stellen, ich konnte einfach nicht widerstehen. Gib mir Bescheid, falls dein Votum gelöscht werden soll.)

Vom Fest selbst weiss ich nicht mehr allzu viel. Statt mir viel Zeit für die Gäste zu nehmen, habe ich wohl versucht, irgendwie noch die Diashow mit den Fotos aus Burkina Faso auf die Grossleinwand zu bringen, die ich bei Stefan Pfander gemietet und im Garten aufgestellt hatte. Vielleicht erzählt mir ja ein damaliger Gast in den Kommentaren oder bei einem Drink nochmals, was damals war. Apropos: Hat jemand noch Fotos? Und hat jemand den Einladungsflyer?

Openstreetmap auf dem Explorist von Magellan

Lange haben wir an der Openstreetmap-Karte gezeichnet. Jetzt möchte ich sie auf mein Navigationsgerät laden, einen Magellan Explorist 600. Stundenlang habe ich versucht – bis ich endlich auf diesen Weg gestossen bin.

Daten herunterladen: Das deutsche Unternehmen Geofabrik stellt die Daten aus dem Openstreetmap-Projekt hier wöchentlich im so genannten Shapefile-Format zur Verfügung. Man lädt das aktuelle Archiv herunter, packt es aus.

Software installieren: Nun wird das Programm Mobile Mapper Office heruntergeladen und installiert. Es ist leider einzig für Windows erhältlich.

Karte herstellen: Nun startet man das Mobile Mapper Office. Unter „Extra“ wird ins Fenster „Hintergrundkarten“ gewechselt. Dort wählt man die Registerkarte „Vektorkarten“ und klickt dann auf den Knopf „Karteneditor“. Nun werden die verschiedenen .shp-Dateien als Layer hinzugefügt. Für jeden Layer können Darstellungsoptionen gewählt werden. Oben rechts wird das „Anzeige-Attribut“ auf „name“ umgestellt. Dann gibt man der Karte einen Namen und klickt auf „Karte erstellen“. Falls das Navigationsgerät noch nicht an den Computer angeschlossen ist, muss dies nun gemacht werden. (Vermutlich soll so sicher gestellt werden, dass nur Besitzer eines Magellan-Geräts etwas mit der Software anfangen können.) Die Karte wird generiert und gespeichert. Da die proprietäre Schnittstelle des Magellan Explorist sehr langsam ist, wird die Karte besser auf dem Computer abgespeichert und – wenn möglich – über einen anderen Anschluss auf die SD-Karte kopiert.

Karte konvertieren: Leider kann das Gerät die erzeugte Datei noch nicht lesen. Sie muss zuerst noch konvertiert werden. Dazu verwendet man das Programm MMOconverter.

Karte aktivieren: Nun wird die Detailkarte auf dem GPS-Gerät aktiviert (Menü „Präferenzen – Active Setup“).

Klar: Noch sieht die Karte alles andere als elegant aus. Symbole fehlen. Die deutschen Sonderzeichen funktionieren nicht. Die Karte enthält diverse Punkte ohne Beschriftung. Und sie ist alles andere als vollständig und oft auch ungenau. Aber sie ist allemal besser als die spartanische Grundkarte, die mit dem Gerät mitgeliefert worden ist. Und: Es macht Freude, eine „eigene“ Karte auf dem GPS-Gerät zu haben. Weitere Tipps und Tools gibts bei MSH-Tools.

Hier einige Beispiele vom Juni 2008: Berlin, Dänemark, Mecklenburg-Vorpommern, Schweiz.

P.s.: „Mobile Mapper Office“ läuft dank Wine auch unter Linux. Allerdings wird dabei das an einen COM-Port angeschlossene GPS-Gerät nicht erkannt. In der Folge kann die Karte nicht erstellt werden. Weiss jemand, wie man Wine die richtige Schnittstelle beibringt?

Liibli & Gehupe

Fanartikel

Irgendwie schien der Verkäufer gestern nach dem Match zu bereuen, dass er die Trikots bereits so stark reduziert hatte. In der Euphorie nach dem gelungenen EM-Abschiedsspiel verkaufte er die Schweizer Fanartikel jedenfalls gut.

Und noch etwas: Wenn die Türkei und die Schweiz gleichzeitig gewinnen, wird in Bern bös gehupt. Ein Kompliment aber an die Huper: Als hinter euch die Ambulanz sirente, habt ihr für kurze Zeit vorbildlich mit der Huperei aufgehört.

Hupende Autos – lautlos

(Naja, vielleicht sollte ich mir doch eine Kamera mit vernünftigem Objektiv kaufen, die auch Ton aufzeichnen kann…)

Das neue Velo

Simpel-Velo mit 0 Kilometern

Am Montag hatte ich frei. Die Sonne schien. Und es war angenehm warm. Also nichts wie los, so beschloss ich, um das vor einiger Zeit bestellte Velo abzuholen. Ich fuhr per Bahn via Luzern und Zug nach Mettmenstetten und von da per Postauto nach Maschwanden (ZH). Da das Postauto bloss während der Pendlerzeiten fährt und ich nicht im Morgengrauen aus den Federn gekommen war, traf ich erst nach dem Mittag ein.

Das Velo stand bereits in Simpels Verkaufslokal in der Alten Käserei bereit. Die Übernahme verlief sehr zügig und unkompliziert.


Größere Kartenansicht

Ich machte mich sodann auf den Weg zurück nach Hause – natürlich per Velo. Bereits nach wenigen Kilometern – ich hatte gerade die zweite Kantonsgrenze passiert und war nun im Aargau – musste ich einen Zwischenhalt einlegen und erst mal den Lenker und den Sattel richtig einstellen. Eigentlich hätten das Verkaufspersonal und ich das besser gemeinsam während der Übergabe erledigt…

Dann ging es weiter. Die Fahrt auf dem neuen Velo begann Spass zu machen. Der Gewitter-Front immer einige Kilometer voraus, fuhr ich auf dem streckenweise idyllischen Veloweg bis nach Sursee.

Schöne Aussicht vor Sursee

In Sursee machte ich halt. Ich setzte mich ins Stadtcafé, bestellte eine Käseschnitte – und erhielt einen Croque Monsieur. Das Velo stand einige Meter neben meinem Tischchen. Plötzlich hörte ich ein lautes Zischen. Doch, es kam vom Velo her. Und schon war der Reifen platt. Ich schluckte leer. Dann ass ich aus und brachte das bloss zwei, drei Stunden gefahrene Velo zum Mechaniker. Kurz vor Ladenschluss konnte dieser den Schlauch wechseln. Das Felgenband sei nicht sauber montiert gewesen, sagte der Mechaniker. Der Druck im Reifen sei hoch. Bereits eine kleine, unsaubere Stelle reiche, um den Schlauch kaputt zu machen.

Simpel-Velo bei der Reparatur

Die weitere Fahrt verlief ohne Probleme. Kurz nach Hasle ging dann dem GPS-Gerät der Strom aus. Und in Burgdorf war bei mir die Luft draussen. Ich habe das Velo in den Zug verladen. Und nun steht es im Keller und wartet auf die erste grosse Reise: Ab übernächster Woche nehmen wir den Weg von Berlin nach Kopenhagen unter die Reifen.